Freizeitseminare: Wie MitarbeiterInnen voneinander lernen können!

Es ist Sommer 2015 und ich habe gerade mein Trainee-Programm bei der Dirk Rossmann GmbH gestartet – wie aufregend! In meiner dritten Woche darf ich an den sogenannten Einarbeitungstagen teilnehmen: Über fast vier Tage hinweg nehmen sich Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedensten Unternehmensbereichen Zeit, um sich den ROSSMANN-Neulingen vorzustellen und so das Bild des Unternehmens Stück für Stück zu vervollständigen.

Die Veranstaltung beginnt mit einer kurzen Vorstellungsrunde – allerdings auf eine etwas andere Art. Ich stelle mich einem Kollegen vor, der mich anschließend der Gruppe vorstellen wird – aber ohne Notizen! Spannend, was da so hängen bleibt. Während wir uns über unsere Interessen und Hobbys austauschen, erzähle ich von meinem Blog, auf dem ich zum Thema gesunde Ernährung schreibe. Und dann, nachdem wir uns alle in der offenen Vorstellungsrunde besser kennengelernt haben, passiert etwas Aufregendes: Die Referentin aus der Personalentwicklung, die die Einarbeitungstage moderiert hat, fragt mich, ob ich nicht Lust hätte, ein sogenanntes Freizeitseminar für unsere Kolleginnen und Kollegen anzubieten. „Mehr Menschen dieses wichtige Thema näherbringen? Gemeinsam mit ihnen kochen? Natürlich!“, denke ich mir und sage euphorisch zu – auch wenn sie mir sagt, dass sie hierzu noch einmal Rücksprache halten müsse … Wenige Monate später führe ich mehrere Freizeitseminare in ganz Deutschland durch. In meinem Seminar nehmen wir Ernährungsmythen unter die Lupe, bauen praxisorientiertes Grundwissen auf und werfen unter anderem auch einen Blick auf den Zusammenhang zwischen Stress und Ernährungsverhalten – gerade in der heutigen Zeit ein sehr wichtiges Thema. Abends und am nächsten Morgen bereiten wir gemeinsam unsere Mahlzeiten zu. Hierbei freue ich mich immer wieder, wenn meine TeilnehmerInnen erkennen, dass gesund und lecker miteinander einhergehen können. Aber zoomen wir einmal raus, damit klar wird, wieso ich diese Geschichte erzähle.

Was genau sind Freizeitseminare?

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um Seminare, die unsere MitarbeiterInnen in ihrer Freizeit besuchen können. Wobei die Bezeichnung „Seminare“ meist nicht ganz zutreffend ist; es sind vielmehr Workshops und andere interaktive Formate. Seit Anfang der 80er Jahre sind die 2-tägigen Freizeitseminare schon fester Bestandteil der ROSSMANN-Kultur – eine Tradition, die sich bis heute fortsetzt. Mittlerweile können wir unseren MitarbeiterInnen fast 30 verschiedene Formate in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Sport, Natur und Kreativität anbieten. Ein großes Plus: Abgesehen von der An- und Abreise sind die Veranstaltungen für unsere MitarbeiterInnen kostenfrei. Ob Wandern oder Survivaltraining, ob Lauf- oder Box-Workshop, ob Tanz-, Koch-, Fotografie-, Mal- oder Nähkurs, es ist für jeden etwas dabei. Und immer wieder werden neue Seminare in das Angebot aufgenommen – meistens auf Wunsch von MitarbeiterInnen, die ihren KollegenInnen ihre Hobbys näherbringen möchten und dieses Anliegen an uns herantragen. Der Großteil unserer Freizeitseminare wird daher mittlerweile durch MitarbeiterInnen unseres Unternehmens durchgeführt.

Welchen Mehrwert bieten derartige Formate?

Die Freizeitseminare bieten unseren MitarbeiterInnen die Gelegenheit, sich außerhalb des Arbeitsplatzes auszutauschen, neue Dinge von- und miteinander zu lernen, ihre körperliche und geistige Gesundheit zu fördern sowie Gemeinschaft zu erleben. Durch die bundesweiten Angebote haben MitarbeiterInnen aus ganz Deutschland gleichermaßen die Möglichkeit, an den Freizeitseminaren teilzunehmen. Eine tolle Chance also, mit KollegInnen aus anderen Unternehmensbereichen ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Hierbei verbessert sich oft das Verständnis für sonst unbekannte Zusammenhänge aus den individuellen Arbeitsbereichen. Auf einmal versteht man, wieso andere Abteilungen und Bereiche so handeln, wie sie handeln. Das fördert das gegenseitige Verständnis und vielleicht auch die Geduld, wenn man sich mal wieder fragt, wieso „die anderen“ gewisse Entscheidungen treffen oder manche Dinge etwas mehr Zeit brauchen. Besonders interessant sind hierbei in meinen Augen die bereichsübergreifenden Gespräche zwischen MitarbeiterInnen aus Vertrieb, Logistik und Zentrale. Darüber hinaus können Freizeitseminare ein wichtiger Schritt in Richtung lernende Organisation sein – die Organisationsform, die in Anbetracht der VUCA-Welt immer mehr an Bedeutung gewinnt. Ich beobachte immer wieder, wie das Prinzip des Voneinander-Lernens der Freizeitseminare eigeninitiativ auf den beruflichen Kontext angewendet wird. Dort geben MitarbeiterInnen dann Wissen an einzelne oder mehrere KollegInnen des eigenen oder eines anderen Fachbereichs weiter, um die Gemeinschaft und letztlich das Unternehmen voranzubringen. Eine großartige Dynamik, von der auch ich schon profitieren durfte. Nicht selten entsteht aus einer Teilnahme auch der Wunsch ein eigenes Seminar anzubieten, wodurch das Voneinander-Lernen weiter gefördert wird. Ein weiterer Mehrwert: Die Freizeitseminare sind auch eine Möglichkeit unsere Mitarbeiterbindung sowie unsere Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt zu stärken. Zumindest legen die positiven Rückmeldungen, die wir immer wieder von bestehenden MitarbeiterInnen und BewerberInnen erhalten, diesen Schluss nahe.

Was ist so einzigartig an Freizeitseminaren?

Ich habe schon viel über Incentives und Angebote für MitarbeiterInnen gelesen und gehört, aber über ein ähnliches Format bin ich noch nicht gestolpert. Was natürlich nicht heißt, dass nicht auch andere Unternehmen derartige Veranstaltungen anbieten. Womit ROSSMANN aber wahrscheinlich – im positiven Sinne – allein dasteht, ist das große Vertrauen, das das Unternehmen in seine MitarbeiterInnen hat. Auch ich habe das damals erfahren dürfen und erfahre es heute, da die Abwicklung der Seminare in den Zuständigkeitsbereich meines Teams fällt, immer wieder aus erster Hand: Unsere internen ReferentInnen erhalten das Equipment bzw. die Räumlichkeiten, die sie für die Durchführung ihres Angebots benötigen. In meinem Fall waren dies zum Beispiel eine Kochschule als Event-Location sowie die notwendigen Lebensmittel. Nach einem entsprechenden Gespräch gehen wir davon aus, dass unsere MitarbeiterInnen ihr Seminar nach bestem Wissen und Gewissen durchführen. Und das Feedback, das wir von den TeilnehmerInnen seit bald drei Jahrzehnten erhalten, bestätigt das. Was die Freizeitseminare für mich ebenfalls besonders macht, ist Folgendes: Sie zeigen, welche Potentiale in den MitarbeiterInnen unseres Unternehmens schlummern. Auch wenn es in diesen Formaten nicht um berufliche bzw. fachliche Inhalte geht, spiegeln sie doch wider, dass es sich definitiv lohnt, einen Blick auf die verborgenen Fähigkeiten unserer MitarbeiterInnen zu werfen bzw. Möglichkeiten zu schaffen, in denen diese gezeigt werden können.

Für mich sind unsere Freizeitseminare ein sehr gutes Beispiel dafür, wie MitarbeiterInnen eines Unternehmens voneinander lernen und stärker zusammenwachsen können. Sie zeigen auch, wie engagiert diese sein können, wenn sie ein Thema begeistert und wir ihnen Vertrauen entgegenbringen. Kennen Sie die Hobbys und Interessen Ihrer MitarbeiterInnen? Wisst Sie für welche Themen diese brennen? Na dann wird es höchste Zeit, mehr über sie herauszufinden!

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