Erfolgreiche Weiterentwicklung braucht mehr als einen Schulungskatalog

Ein Schulungskatalog und die Mitarbeitenden wünschen sich trotzdem mehr Weiterentwicklung? E-Learning- und keiner nutzt sie? Das Wort Unternehmenskultur hat es bereits in viele Zeitschriften gebracht, aber wie steht es eigentlich um Lernkultur? Ihr wollt die Lernkultur in eurem Unternehmen fördern und fragt euch was dazu gehört?

Lernkultur hat verschiedene Dimensionen – hier ein paar Impulse wie man diese aktiv gestalten kann:
Es geht in erster Linie um das Offensichtliche, also die Lernangebote, die ihr im Unternehmen schafft. Bspw. geht es darum für verschiedene Lerntypen unterschiedliche Angebote zu gestalten. Ihr könnt unterschiedlich große Wissenshappen zur Verfügung stellen und so dem:der Lernenden die Möglichkeit geben entsprechend des Lernbedarfs zu agieren. Wer also besonders interessiert ist, kann Angebote zur Vertiefung wählen. Genauso wichtig ist es, dass jemand, der einen kurzen Input braucht, seine konkrete Frage schnell beantworten kann.

Ein weiterer Aspekt sind Lernbedingungen. So kann die formale Unterstützung durch das Unternehmen gepusht werden, indem Lernzeiten und Lernräume geschaffen werden und auch kommuniziert werden, um dem Thema Lernen eine formale Relevanz zu geben.Vielleicht gibt es einen regelmäßigen unternehmensweiten Lernblocker. Weiterhin könnte man „Pflichtschulungen“ von den Lernprogrammen trennen, die zur tatsächlichen Entwicklung gedacht sind.

Ein wichtiger weiterer Bereich im Kontext von Lernkultur ist die Unterstützung durch Kolleg:innen. Herrscht eine Kultur vor, bei der sich Kolleg:innen beim Lernen unterstützen und sich gegenseitig an Erfahrungen teilhaben lassen? Auch aus der Personalentwicklung heraus könnt ihr das Unterstützen und interne Wissensaustauschformate etablieren. Fördert das Miteinander! Es ist hochgradig motivierend, wenn Kolleg:innen ihr (neuerworbenes) Wissen untereinander teilen und sich austauschen. Schafft informelle Lernräume wie fachliche oder überfachliche Austauschnetzwerke, um voneinander zu lernen. Gegebenenfalls habt ihr auch die Kapazität Communitys zu schaffen und zu begleiten.

Eine wichtige Rolle in der Kulturprägung sind, neben den direkten Kolleg:innen natürlich auch die Führungskräfte. Diese können Feedback geben, ggf. Türen öffnen und vor allem sollten sie ihre Unterstützung für das Thema vermitteln. Was können wir als Personalentwicklung dafür tun? Es gilt auf verschiedenen Ebenen zu arbeiten. Einerseits müssen Führungskräfte dafür sensibilisiert werden, dass die „Weiterentwicklung“ und ihre Unterstützung davon ein wichtiger Bestandteil von Mitarbeiterbindung ist. Weiterhin müssen Führungskräfte befähigt werden Entwicklung begleiten zu können. Vielleicht habt ihr die Möglichkeit diesem Thema einen größeren Raum in der Führungskräfteentwicklung zu geben. Außerdem könnt ihr Impulse geben, wie Führungskräfte einen Entwicklungsdialog gestalten können oder mit welchen kleinen Tipps und Tricks Führungskräfte ihre Unterstützung der persönlichen Weiterentwicklung der Mitarbeitenden Ausdruck verleihen können.

Auf der Gesamtunternehmensebene ist ein Part von Kultur eben auch der Wissensaustausch mit Extern. Ist man verschlossen, oder unterstützt man als Unternehmen den Austausch mit externen Partnern? Dabei geht es nicht darum, dass die Personalentwicklung jeden Kontakt nach extern selbstständig herstellt, sondern, wie offen die Kultur gestaltet wird. Im Optimalfall fühlen sich Mitarbeitende frei, eigenständig in den Kontakt mit Externen zu gehen. Messen und Konferenzen zu pushen, kann ein Anfang sein. Auch die interne Kommunikation über den Austausch mit Extern hilft, um Mitarbeitenden das Gefühl zu vermitteln, dass es in Ordnung und gewollt ist.

Zu guter Letzt ist auch die gute alte Eigenverantwortung ein Thema der Lernkultur. Herrscht eine Kultur vor, in der ich das Gefühl habe, dass ich nur abarbeiten darf, welches e-Learning mir vorgesetzt wird oder gibt es Anregung zur Proaktivität? Drücken das Unternehmen und die Führungskraft eine gewisse Erwartungshaltung aus, dass ich auch selbstständig an meiner persönlichen Entwicklung dranbleibe? Hier spielt also das Thema Eigenverantwortung eine große Rolle. Letzteres kann man auch durch verschiedene Maßnahmen stützen. Vielleicht gibt es Lernentwicklungsfelder, um die ich mich selbst kümmern muss. Auch das Angebot, wie zu Beginn erwähnt, muss natürlich gut ausgestaltet sein, um Eigenverantwortung zu unterstützen.

Insgesamt geht es darum eine Umgebung zu schaffen, in der Mitarbeitende das Gefühl haben, dass Lernen unterstützt und persönliche Weiterentwicklung wertgeschätzt wird. Eine solche Lernkultur etabliert sich aber nicht von heute auf morgen – und auch nicht von allein. Alle von Mitarbeitenden, über Führungskräfte bis zur Unternehmensführung müssen zur erfolgreichen Etablierung einer Lernkultur Verantwortung übernehmen. 

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